Mittwoch, 3. August 2011

"Fox Walking" Interview mit J.J. Murphy


Als neugieriger Mensch, der ich nun einmal bin, verleitet mich das World Wide Web immer wieder, meine Fühler in die verschiedensten Richtungen auszustrecken. Auf der Suche nach dem Thema „Ballengang“ und einer Art des ursprünglichen und funktionalen Gehens erschien irgendwann der Begriff „Fox walking“ auf meinem Bildschirm. Obwohl meine Interpretation des Ballengangs sich in der Umsetzung von dem, was ich beispielsweise auf Youtube als „Fox walking“ sehen konnte, unterscheidet, ist das Grundkonzept doch sehr ähnlich. Interessant ist vor allem der Kontext, in dem man „Fox walking“ findet. Während ich die Diskussion „Ballen vs. Ferse“ im Laufsport immer häufiger lese, findet sich der „Fox walk“ eher im Umfeld von Outdoor- und Survival-Spezialisten, die sich mit dieser Art des Gehens an die Fortbewegungsweise der amerikanischen Ureinwohner annähern wollen. Ein interessantes Thema also für ein weiteres Interview.

Da es keine ausgemachte „Fox walking“-Zentrale zu geben scheint und der Outdoor-Experte Tom Brown, der eine der Quellen des „Fox walkings“ ist, nicht für Interviews zur Verfügung steht, schnappte ich mir mit JJ Murphy einfach die nächste Quelle zu diesem Thema. JJ beschäftigt sich ebenfalls mit diesem Bewegungsmuster und berichtet darüber in ihrem Blog.

Hier ist das kurze Interview mit JJ in englischer Sprache. Eine Übersetzung ist angehängt. Viel Spaß beim Lesen ;)



Would you please introduce yourself to my audience? Who are you? How do you make your living?

I'm JJ Murphy nature writer, curriculum creator, blogging hiker, nature photographer, mycologist, locavore, and tree-hugger. I'm a freelance nature writer and now newly certified CELTA instructor - qualified to teach English as a second language anywhere in the world.

- When and how did you come across the idea that human beings should walk and run using their fore-foot and that a heel-strike does not seem to be the best idea having no shoes for protection?

I actually never thought of it until I took my first wilderness survival class after I had been caught in a surprise snow storm. That event motivated me to learn survival techniques. Fox walking make sense when you wear moccasins instead of shoes with soles like truck tires.


How would you explain the idea of foxwalking in a very short manner? What are the benefits? Where are the origins?


Foxwalking is placing your foot on the ground BEFORE you put your weight on it, so that your center of gravity is in your hips. It forces you to take shorter strides. I go into more detail in my article: http://www.writerbynature.com/2006/04/12/survival-technique-learn-to-fox-walk/

The benefits are that you will feel that twig under your foot before you snap it and scare off the animal that might have been your photo op (or dinner). Also, it's easier on your feet in the long run and it allows you to really use your senses to fully experience the natural world.
I have no idea where the technique originated, but every native culture on the planet appears to fox walk.

In what way is the foxwalking method and its application noticeable in your everyday life? Did you personally change anything? What about shoes?

I'm more likely to fox walk when I'm in the woods and I'm trying to get decent nature photographs. I do revert to heel-slamming when I'm running to catch a bus or a train in NYC. But in the woods, fox walking is more natural. I startle fewer animals, because I am not making a lot of noise. Also moving slower forces me to notice what is all around me. It's amazing how much fox walking increases my hearing,sense of smell, and sense of touch, as well as my peripheral vision.

As for shoes, I have ordered a custom-made pair of hiking boots, which is actually being hand-assembled. I'd expected delivery in June, but I guess you cannot rush that process. I'll have a much better answer once I am actually in possession of these new shoes.

In what other ways do you take care of your health?

I try to get as much of my food from natural sources as possible hickory nuts, acorns, etc. - foraging for wild greens and hunting small game. I'm becoming more suspicious of the food supply as heavily-subsidized processed foods dominate the supermarket shelves. Genetically modified produce is not labeled in the USA and most farmed meat and fish are filled with growth hormones and antibiotics. I have been farming, but wonder if it makes sense to pull the nutritious weeds that grow with so little effort in favor of the cultivated produce that requires so much care.

I also exercise. I hike at least five days a week. I have not owned a TV set since 2007 - and I don't miss it.

I actively participate in the trade organizations of the activities I care about. I'm an active member of our local mycological society and look forward to embracing my new status as a teacher of English to those wishing to learn. Keeping my brain and my body in shape has really made a difference in my health.

Your chance for any last words: Anything you would like to let my audience know?

When learning a new technique - like fox walking - there's no substitute for "dirt time." The more you practice, the more natural this type of walking becomes.

Thank you so much JJ for taking your time. I wish you all the best for your present and future.

Find out more about JJ at writerbynature.com


Übersetzung


Würdest du dich bitte kurz vorstellen? Wer bist du? Wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Ich bin JJ Murphy Natur-Autorin, bloggender Wanderin, Naturfotografin, Mycologist, Naturköstlerin und Tree-Hugger. Ich bin freiberufliche Natur-Autorin und seit neustem CELTA Instructor und damit qualifiziert Englisch als Fremdsprache überall auf der Welt zu unterrichten.

Wann und wie bist du auf die Idee gekommen, dass Menschen über den Ballen gehen und laufen sollten und dass der Fersengang ohne schützende Schuhe nicht die allerbeste Idee zu sein scheint?

Darüber habe ich eigentlich nie groß nachgedacht, bis ich meinen ersten Wildnis-Überlebenskurs besucht habe, nachdem ich einmal von einem Schneesturm überrascht wurde. Dieser Vorfall hatte mich motiviert, Überlebenstechniken zu lernen. Foxwalking (Ballengang) macht einfach Sinn, wenn du Moccasins anstelle von Schuhen mit Sohlen dick wie LKW-Reifen trägst.

Wie würdest du die Idee des Foxwalking mit kurzen Worten erklären? Was sind die Vorteile? Wo liegt der Ursprung?

Beim Foxwalking setzt der Fuß auf bevor das Gewicht darauf verlagert wird. Der Körperschwerpunkt ist in der Hüfte. Dadurch ist man gezwungen kleinere Schritte zu machen. Ausführlicher erklärt wird das Modell in meinem Artikel unter:

Ein Vorteil liegt darin, dass du Äste unter deinen Füßen spüren kannst bevor sie knacken und zerbrechen und du damit Tiere aufschreckst, die dir sonst als Fotomotiv (oder Abendessen) gedient hätten. Es ist außerdem einfacher und angenehmer für die Füße und erlaubt dir all deine Sinne zur Wahrnehmung der Natur einzusetzen.
Ich weiß nicht genau wo der Ursprung dieser Technik liegt aber es scheint, dass alle Naturvölker den Foxwalk nutzen.

Wie beeinflusst dich der Foxwalk in deinem täglichen Leben? Hast du persönlich irgendetwas verändert? Wie sieht es mit Schuhen aus?

Es ist wahrscheinlicher, dass ich den Foxwalk anwende, wenn ich in den Wäldern unterwegs bin und versuche eine passable Naturfotografin zu sein. Ich falle manchmal zurück ins „Fersenhämmern“, wenn ich in New York City versuche den Bus oder Zug zu bekommen. Aber in den Wäldern ist der Foxwalk für mich einfach natürlicher. Ich schrecke weniger Tiere auf, da ich weniger Geräusche mache. Außerdem ermöglicht es mir mehr von dem wahrzunehmen, was um mich herum ist, wenn ich langsamer gehe. Es ist erstaunlich, wie Foxwalking mein Hörvermögen, meinen Geruchssinn, meinen Tastsinn und auch mein peripheres Sehen verbessert hat.

Was Schuhe betrifft, habe ich mir vor Kurzem ein handgefertigtes Paar Wanderstiefel bestellt, das ich im Juni erwarte. Ich denke es braucht halt seine Zeit. Die Frage kann ich besser beantworten, wenn ich wirklich im Besitz dieser Schuhe bin.

Wie sorgst du sonst noch für deine Gesundheit?

Ich versuche mich so gesund wie möglich zu ernähren und sammle Hickory Nüsse, Eicheln, wilde Kräuter oder jage Kleinwild. Gegenüber dem Nahrungsmittelangebot im Supermarktregal werde ich mehr und mehr Misstrauisch. Genetisch veränderte Produkte werden hier in den USA nicht gekennzeichnet und Fleisch und Fisch werden häufig unter Einsatz von Hormonen und Antibiotika hergestellt. Ich habe versucht selbst Getreide anzubauen, bin mir aber nicht sicher ob sich der Aufwand lohnt.

Außerdem treibe ich Sport. Ich wandere mindestens 5 Tage die Woche. Seit 2007 besitze ich kein Fernsehgerät mehr – und habe es seitdem auch nicht vermisst.

Ich bin aktives Mitglied der Mycological Society und freue mich zukünftig als Englischlehrer mit Menschen zu arbeiten, die lernen wollen. Mein Hirn und meinen Körper auf Zack zu halten, hat wirklich einen guten Effekt auf meine Gesundheit.
                                                                   
Deine Chance für letzte Worte. Gibt es etwas, was du meinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Wenn man etwas Neues lernt – wie Foxwalking – kommt man um eine schwierige Anfangsphase oft nicht herum. Aber je mehr man übt desto natürlicher wird diese Art zu gehen.

Vielen Dank JJ für deine Zeit. Ich wünsche dir alles Gute für deine Gegenwart und Zukunft.

Mehr über JJ unter writerbynature.com

Kommentare:

  1. Ebenfalls interssant:
    http://www.trackertrail.com/publications/thetrackermagazine/v4-1/thetrackerv4-1pg30.html

    Deckt sich in vielen Bereichen mit meinen Erfahrungen in Sachen Ballengang und denen meiner Klienten, die ihn von mir gelernt haben.

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  2. Auch interessant
    http://www.groops.de/go-do/post/fox-walk-godo/

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