Freitag, 15. Juli 2011

Interview mit Dr. med. Peter Greb

Liebe Leser,

natürlich werde ich in diesem Blog - wie versprochen -  auch andere Menschen in kurzen Interviews zu Wort kommen lassen, die etwas zum Thema Ballengang beizutragen oder etwas auf diesem Gebiet bewegt haben.

Das Ballengang-Online-Video Training findest du hier.

Dabei möchte ich aber gleich am Anfang darauf hinweisen, dass die jeweiligen Protagonisten dieser Interviews natürlich und ausschließlich ihre eigene Meinung vertreten. Diese kann in manchen Fällen auch durchaus von meiner eigenen abweichen. Ich denke, es gibt immer verschiedene Blickwinkel und das macht diese Welt und auch dieses Thema so interessant. Sollte ich selbst mit den Interviewpartnern oder deren Methoden in irgendeiner Form "verbändelt" sein, dann gebe ich das ausdrücklich zu erkennen. Im folgenden Interview ist dies allerdings nicht der Fall :) - Was es nicht weniger lesenswert macht ;)

Die Reihenfolge der Interviewpartner hat dabei eher etwas mit der Reaktionsgeschwindigkeit der Interviewten zu tun oder mit der Bereitschaft überhaupt etwas zu schreiben. Es bedeutet also nicht unbedingt, dass die für mich persönlich relevanteren Beiträge zuerst erscheinen. Sobald etwas bei mir eintrudelt, werde ich es für Sie hier bereitstellen.

In diesem Sinne starten wir doch gleich durch. Als meinen ersten Interviewpartner darf ich Herrn Dr. med. Peter Greb begrüßen. Wir haben uns auf ein kollegiales „Du“ geeinigt. Peter ist mit seiner Interpretation und Auslegung des Ballengangs, die er GODO® nennt, bereits seit langen Jahren präsent und aktiv. 

Alles weitere lesen Sie im folgenden wirklich interessanten Interview mit Peter Greb:


Dr. med. Peter Greb
Lieber Peter, stellt dich meinen Lesern, die dich vielleicht noch nicht kennen, mit einigen kurzen Worten vor. Wer bist du? Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Der einfachste Weg mich kennen zu lernen, ist die Website www.godo-vision.de , mit der ich seit über 10 Jahren im Netz präsent bin. Dort findet Ihr auch die Hinweise auf mein 2001 veröffentlichtes Buch zum Ballengang „
GODO®- Mit dem Herzen gehen. Der Gang des neuen Menschen.
", welches nun schon in der 4. Auflage beim KOHA-Verlag erscheint. Und Ihr könnt auch mein dreisprachiges Kinderbuch "
GODO® -gesund gehen", welches schon/erst 1996 im Selbstverlag erschien, einsehen und herunter laden.

(Links unter dem Interview)

Meinen Lebensunterhalt verdiene ich als Privatarzt und durch
GODO® - Workshops.




Wann und wie bist du auf das Thema „Ballengang“ aufmerksam geworden?

Diese Frage verstehe ich so: „Wann und wie bist Du auf Dein Thema "Ballengang" aufmerksam geworden und warum nennst Du den Ballengang
GODO®?“

1970 begann ich eine Dissertation (Dr.-Arbeit) über das Thema: "Die konservative Behandlung der arteriellen Gefäßerkrankung der unteren Extremität." Damals hieß diese Erkrankung unter Ärzten wie unter Laien noch "Raucherbein". Und das obwohl sich für mich statistisch keine signifikante Beziehung zwischen dem Rauchen und der arteriellen Erkrankung nachweisen ließ. Das ließ mich aufmerksam werden. Denn bedeutender als das Rauchen waren psychologische Parameter, wie die innere Beziehung der Patienten zur zweibeinigen Fortbewegung als solcher.

Alle Patienten, die ich untersuchte, vermissten nach dem Krieg das Gemeinsamkeitsgefühl der Bewegung mit gemeinsamen Zielen, wie sie es während der Kriegsjahre hatten. Nach dem Krieg liefen sie oft ohne Partner und auch auf sehr einsamen z.B. Vertreterpfaden durch die Städte. Was hier auf psychologischer Ebene geschah, Trauer, Einsamkeit, Verlust der emotionalen Aufgehobenheit in der Gruppe und deren gemeinsamer Ziele, hatte deutlich mehr mit der Krankheitsursache zu tun als das Rauchen.

Die Dissertation schloss ich 1974 ab und eröffnete eine Praxis in Hamburg als psychosomatisch denkender Allgemeinmediziner mit speziellen Schwerpunkten in der Naturheilkunde, der Neuraltherapie, der Elektroakkupunktur nach Voll und vor allem in der damals noch sehr unüblichen TCM und der Ohrakkupunktur.

Bei einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten 1973 ergab sich eine Zusammenarbeit mit Dr. Man Lee, dem späteren Chef der Amerikanischen Akkupunkturgesellschaft am Presbyterian St. Johns Hospital in Chicago. Wir hatten eine Versuchsreihe mit 60 übergewichtigen Patienten bei der ich 30 Patienten mit Ohrakkupunktur und er 30 Patienten mit der TCM behandelte. Ich gewann um 17 Kg. Wir waren also beide erfolgreich.
Allerdings war ich mit meiner Idee, eine Nadel im Ohr zu implantieren, etwas erfolgreicher. Die Idee und die Lokalisation "des kleinen Mannes im Ohr" hatte ich bereits in LA entwickelt. Sie war ganz auf meinem Mist gewachsen.

Daraus ergab sich, dass vor allem Übergewichtige in meine Praxis kamen. Sie stapften mit schweren Schritten durch meine Praxisräume und klagten neben ihrem Übergewicht über allerlei Gelenkschmerzen. Ich dagegen ging in Socken. So bewegte ich mich leicht und lautlos fast so wie ein Jäger auf der Pirsch. Man kann so mehr Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit für die Patienten aufbringen als mit festem Schuhwerk und hartem Auftritt.

Nach etwa drei Monaten verließ ich abends erst sehr spät die Praxis, natürlich in Schuhen und da vernahm ich plötzlich das Echo meiner eigenen Schritte durch die Straße hallen und ich war und bin doch gar nicht übergewichtig. Da erwachte ich für den Unterschied zwischen Fersengang und Ballengang. Ich begann sofort eine interdisziplinäre Forschung unter dem Arbeitstitel: "ES geht". Hiermit ist das psychoanalytische ES gemeint, denn einer der ersten Reifetests bei Neugeborenen, der Schreitreflex zeigt ein ausgeprägtes Vorfußgangbild und dann, wenn die ersten Schrittchen mit etwa einem Jahr spontan geschehen, zeigt sich wieder der Vorfußauftritt.

Während der folgenden 5 jährigen Forschung erhärtete sich meine sofortige Vermutung, dass wir genetisch angelegte Vorfußgänger/Ballengänger sind. Der Fersenauftritt, der ein Marschieren ist, wird von allen Kindern weltweit durch Imitation des erwachsenen Vorbildes erlernt. Und das gegen unsere natürlichen, spontanen und angeborenen Bewegungsmuster.

Ab hier bitte ich euch, einfach mein Buch zu lesen und/oder zu einem meiner Workshops oder zur
GODO®pädieausbildung zu kommen, die ich seit 1979 unter dem globalen Begriff "GODO®" für den Ballen-Gang oder Vorfuß-Gang veranstalte oder veranstalten lasse. Dort werden diese Punkte natürlich noch viel ausführlicher erläutert. Inzwischen gibt es auch schon über 30 GODOpäden, die in Deutschland, Österreich und Luxemburg und Italien zur Weiterbildung berechtigt sind.


Wenn du jemandem in wenigen Sätzen die Essenz deiner Herangehensweise an das Thema "Ballengang" erklären müsstest, was würdest du ihm sagen?

Das Wort Ballengang habe ich lange benutzt. Für den deutschen Gebrauch scheint das auch ausreichend zu sein. Mein Anliegen ist es jedoch, den von mir kreierten Begriff
GODO® als globale Wortform für die Information Ballengang zu verwenden. Denn in der gesamten medizinischen Welt international ist das Bewusstsein für den Ballengang als die genetisch angelegte Beweglichkeit des Menschen individuell, also auch bei jedem späteren Mediziner schon in den ersten drei Lebensjahren verloren gegangen. Seit dem halten wir alle unseren Fersengang für "normal".

So wie wir den Fersengang zwangsläufig imitiert haben so haben wir auch parallel dazu die jeweilige Muttersprache "gelernt". Gang und Sprache entfalten sich entlang derselben Nervenbahnen (Motoneuronen oder Pyramidenbahnen).

(Übrigens zeigt mir das Korrekturprogramm meines Apple, dass es die Begriffe Ballengang und Fersengang nicht kennt - es gibt noch viel zu tun für uns ha, ha !)

(Anmerkung Red.: Da geht es Microsoft genauso lieber Peter)

Ich kann jeden Neuling mit einem fühlbaren Beweis neugierig auf das Thema
GODO® machen, indem ich seine Hand auf meine Kreuzbeingegend lege und ihn/sie den Unterschied zwischen Fersen- und Vorfußauftritt wahrnehmen lasse. Dazu gebe ich die Information, dass wir nach biomechanischer Messung uns mit jedem Fersenauftritt durchschnittlich 50 Kg ins gesamte Skelett treten. Dabei treten wir aber auch die Erde sehr unsanft und ungefühlt. Ich weise dann auf die sogenannten Nebenschauplätze hin: Auswirkungen auf psychisches und physisches Wohlbefinden. (Kreislauf, venöser Rückfluss durch doppelte Muskelpumpe, Muskel- und Skelettleiden und all das, was in meinem Buch beschrieben ist.)


Mit welchen Themen beschäftigst du dich aktuell und was sind deine Themen für die Zukunft?

Aktuell beschäftige ich mich mit den Themen:

1. Wie entsteht Trotz? Ist er eventuell auf den Fersengang zurück zu führen?

2. Wie wirkt sich der Fersengang der Mutter auf das Ungeborene und die Geburt und später auf das Mutter-Kind- Verhältnis aus?

3. Wie entsteht Sado-Masochismus?

4. Was ist der Ursprung von Projektion?

5. Woher rührt die so sehr verbreitete Existenzangst/wie entsteht das übertriebene Konkurrieren in unserer Gesellschaft?

6. Was ist die Ursache von den so stark verbreiteten Selbstwertstörungen?

7. Könnte es sein, dass die Tatsache, dass wir alle den Fersengang imitiert haben, gleichbedeutend ist mit korrumpiert worden zu sein? Und dass daraus das gesellschaftliche Problem der Korruption entsteht?

8. Wassergeburt

Das allen diesen Fragen übergeordnete Thema ist: Wie kann den Menschen klargemacht werden, dass
GODO® nicht nur eine physische Umstellung vom Fersengang ins GODO® bedeutet, sondern auch und ganz wesentlich eine Bewusstwerdungsarbeit in vielen individuellen und gesellschaftlichen Feldern einleitet, die endlich quasi Hand und Fuß und Kopf und Herz hat und ganz nebenbei Frieden und Schönheit stiftet?


Wie macht sich der Ballengang in deinem täglichen Leben bemerkbar?

Wer einmal schreitet marschiert nie wieder!

GODO® macht froh und wach und tolerant und hält gesund und macht eben friedlich, weil wir uns nicht ständig selbst in den Hintern treten und weil wir die Erde mit so viel mehr Achtsamkeit betreten.


Wie sorgst du darüber hinaus für dich und deine Gesundheit?

Da ich, als ich mich 1979 selbst zum
GODO® praktizieren entschloss, das einzige "Meerschweinchen" (Versuchstier) war, wollte ich keine anderen Körperertüchtigungsmethoden, wie Joggen oder Fitnesstraining ausüben, damit ich sicher sein konnte, dass das GODO® allein mich zu meiner genetisch angelegten Erscheinung zurück bringen könnte und ich erlebe, dass ich fit und fettarm und fröhlich durch meine Tage und die Welt schreite.

Ansonsten hat sich für mich, der ich auch vorher schon Jahre des bewussten Essens und des gelegentlichen Fastens kannte auch dort eine deutliche Lockerung eingestellt. Ich genieße das Leben in vollen Zügen und ohne Übermaß.

(Übrigens kommt
GODO® im Italienischen von godere - mi godo la vita -
heisst: Ich geniesse das Leben)


Deine Chance für letzte Worte: Was möchtest du meinen Lesern mit auf den Weg geben?

Meine Zeit für "letzte Worte" ist noch lang nicht gekommen.

Aber gerne mache ich Dich und Euch darauf aufmerksam, dass
GODO® inzwischen in etwa 100 Büchern und anderen Medien zitiert wird. Z.B. im medizinischen Fachbuch: „Besenreiser natürlich behandeln“ von Dr. med. Eberhard J. Wormer, bei Bärbel Mohr, bei Patrizia Pfister und bei Dr. Frederik Vahle.

Zum GODO bedarf es einer Entscheidung und dann ist es nur noch interessant und wohltuend. Als Yogalehrer nenne ich es gerne "das Dynamische Yoga" oder einfach
GODO®-Yoga. GODO® ist Yoga in jedem Schritt. Zu jedem GODO®-Workshop gehört übrigens auch noch ein halber Tag GODO®-Wasseryoga. Mehr dazu ist unter www.aqua-godo.de zu finden.


Happy GODO® sei Euer Gruß dieses Jahrtausends.
Dr. med. Hans-Peter Greb

www.godo-vision.de

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast Peter und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg.

GODO®- Mit dem Herzen gehen- Der Gang des neuen Menschen"


"Besenreiser natürlich behandeln"






Kommentare:

  1. Wo kann ich nun diese Schuhe kaufen?
    Wer weiß mehr?
    Die Seite "GGO" existiert nicht mehr, der Online-Shop leider auch nicht :0(

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  2. http://www.godo-vision.de/ am besten direkt an der Quelle nachfragen :-)
    Grüße

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